ein Bekenntnis
Die Küche ist der Ort meiner Träume, meiner Leidenschaften... In und mit der Küche lebe ich alle möglichen Vorlieben aus. Hier findet meine Lust an zivilisatorischer Übersteigerung, meine Liebe zu den Geräten mit ihren Formen und den Orten ihres Gebrauchs ein lebendiges Gegenüber... Die Küche und ihre Dinge sind intim verbunden mit meinem Leben, und das macht sie so speziell attraktiv, so anders, als viele andre schöne Sachen... Diese Beteiligung an meinen Stoffwechselprozessen... Und wenn man sich einmal klar darüber wird, dass viele Nahrungsmittel erst durchs Kochen geniessbar werden... uiuiuiuiiii... Von dem Moment an, in dem der Mensch, in dem ich, in dem meine Ahnen, die Zähne nicht mehr in den erlegten Büffel schlagen, um ihn zu verzehren, sondern vorsichtig und feinfühlig, oder auch gierig, schamlos, und brutal das Fleisch Stück für Stück aus dem Tier raustrennen, beginnt das grosse Epos der Nahrungsmittelzubereitung... Und kurz darauf, an einem Feuer grillierend, in einem Kochtopf, an einer Kette über die Flammen gehängt rührend, mit einem Messer zerstückelnd, mit gezackten, oder scharf geschliffenen Schnittkanten, in einem Chromstahlgefäss knetend, mit Plastikkellen über Teflonbeschichtungen streichend, beim Zustossen der Chuchichäschtli und Schubladen mit ihren geräuschdämpfenden Verschlusssystemen, oder wenn der Geruch eines geleerten, ausgeschalteten und über lange Zeit geschlossen gehaltenen Kühlschrankes in meine Nase steigt, oder wenn Dampfkochtöpfe zischen, Umluftbackofen die Propeller drehen lassen und Rauchabzüge fast geräuschlos werden... also in diesen Momenten beginnt meine Amour fou zu den Küchengeräten, zu ihrer Gestaltwerdung, ihrer Ästhetisierung, ihrem Design und zum Ort ihres Wirkens: meiner über alles geliebten und begehrten Küche...
interview with patrick maisano at dock18